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Artikelbild-Tagungsdesign

© Konstantin Yuganov - Fotolia.com

Wer kennt das nicht nicht? Begrüßung, erster Vortrag, zweiter Vortrag, Pause, dritter Vortrag, kurze Fragerunde, vierter Vortrag – so oder ähnlich laufen viele Konferenzen ab. Doch die Zeiten, in denen Konferenzen aus dieser festen Abfolge bestehen müssen sind längst vorbei. Denn der offene Gedankenaustausch, das Teilen von Impulsen und das interaktive Begleiten sind bereits jetzt fester Bestandteil von Veranstaltungen und deren Teilnehmern.

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Wie im Social Web setzen moderne Konferenz-Formate darauf, dass Teilnehmer zu „Mit-Machern“ werden. Nicht zuletzt hat auch das Internet dazu geführt, dass sich Konferenzen heute nicht mehr nur Vor Ort abspielen müssen, sondern dass die Grenzen zwischen realen und virtuellen Welten fließend und offen sind. Die Unternehmen reagieren sehr unterschiedlich auf diese Entwicklung: Die Mittagspause für das Networking zu verlängern, erscheint hier die einfachste Variante. Die starren Themenfelder und Vortragsroutinen durch Kommunikations- und Diskussionsinseln aufzulockern ist eine weitaus effektivere Gestaltungsmöglichkeit. Wer sich allerdings in Echtzeit frischen Input in die Veranstaltung holen möchte, der setzt auf Videoconferencing oder Twitterwalls. Und wer heute, ohne altbewährte Tagungskultur, mit der Planung einer Veranstaltung betraut wird, für den ist vielleicht das BarCamp genau das Richtige.

 

Die geplante Planlosigkeit: Das Barcamp

Bei diesem Format gibt es etwas was man vergebens sucht: Eine Agenda! Hier entsteht das Programm vor Ort – auf dem BarCamp, auch “Unkonferenz” genannt. Die Teilnehmer stellen anfänglich kurz ihr Thema vor und wenn sich genügend Interessenten dafür finden, wird es auf den sogenannten Session-Grid [Zeitplan] mit Raumzuweisung fixiert. Der Charme eines solchen Formates liegt im intensiven und informellen Austausch von Gleichgesinnten. Alles was sie dafür benötigen sind Räume, Sponsoren, Verpflegung und existenziell wichtig: einen WLAN-Zugang! Der Erfolg solcher Veranstaltungen ist nicht zuletzt dem hohen Engagement sowie der Motivation der Teilnehmer zuzuschreiben. Mittlerweile gibt eine Vielzahl von Camps, wie z.B. das GenoBarCamp [genossenschaftliche Finanzgruppe], KnowledgeCamps [Wissensmanagement] oder CorporateLearningCamps [Betriebliche Weiterbildung], die in regelmäßigen Abständen stattfinden.

Ein fester Bestandteil eines BarCamps ist die sogenannte Twitterwall. Teilnehmer können via Twitter direkte Feedbacks in Echtzeit, Meinungen und Kommentare zur Veranstaltung bzw. zum Thema abgeben. Twitterwalls können somit die Vernetzung der Teilnehmer vor Ort unterstützen aber auch Input und/oder Fragen über Tweets von außerhalb der Veranstaltung direkt zu dem Dozenten tragen. Mit einem Hashtag können Konferenzen bereits mit Anregungen, Agenda-Setting oder einem virtuellen Kennenlernen via Tweets Wochen vor dem eigentlichen Start beginnen.

Twitterwall-ADG Twitterwall Alumni Exklusiv 2013 [11.07.2013 auf Schloss Montabaur]

Tischgespräche ganz ohne WLAN: World Cafés

Für diejenigen, die sich nicht auf Social Media und die digitalen Kommunikationstechnologien verlassen möchte, ist das World-Café eine gute Wahl. In World- oder  auch Knowledge-Cafes steht der intensive Austausch in kleinen Gruppen im Vordergrund. So werden häufig Thementische gebildet, dort eine bestimmte Zeit diskutiert und danach zu einem anderen Tisch (dort dann mit anderen Teilnehmern) gewechselt.

 

Der Blended Jam Clicker – ein Überblick

Mit Hilfe von “Clicker” – auch “Classroom Response Systeme” genannt – können Teilnehmer eines Vortrags direkt in der Veranstaltung abstimmen oder Fragen beantworten. Ebenfalls beliebt in Konzernstrukturen sind “Jam Sessions”. Beispielsweise organisieren Konzerne “Innovation Jams” oder “Social Business Jams”, um unternehmensweit sowie bereichs- und hierarchieübergreifend in einem kurzen, festgelegten Zeitfenster ein bestimmtes Thema zu eruieren und zu diskutieren. Dem Wunsch nach vielen Impulsen kommt das Format „Pecha Kucha“ entgegen: Aufgabe ist es, innerhalb von 6 Minuten 40 Sekunden eine Vortrag rein auf Bilderbasis und Zeitbegrenzung von 20 Sekunden pro Folie das Thema sehr prägnant darzustellen. Der Trend- und Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky treibt es auf die Spitze – er hat mit dem jährlichen Zukunftskongress die wohl höchste dichte an innovativen Formaten vereint [wie z.B. Elevator Pitches, Design Thinking, Strategie Arena].

 

Interaktion – aber nur wann ICH will!

Die Erwartungen von Teilnehmern steigen. Haben Sie sich vor ein paar Jahren noch mit zahlreichen Vorträgen an 2 Tagen in abgedunkelten Räumen mit der Option einzelner Zwischenfragen zufrieden gegeben, so haben sie heute die Wahl zwischen BarCamps, Pecha Kucha oder Web-Konferenzen. Der Teilnehmer von heute möchte gern selbst Einfluss auf den Ablauf, auf die Agenda oder gar an dem Verlauf der Diskussionen nehmen. Auch der Drang nach Selbstbestimmung ist nicht zu unterschätzen. Das Social-Web macht´s möglich: Vorträge von Dozenten oder Referenten kann man bereits zeitversetzt z.B. auf YouTube oder auf anderen Plattformen OnDemand verfolgen, per App direkt und elektronisch auf Fragen des Referenten antworten und parallel die Keynote oder Präsentation z.B. auf SlideShare bearbeiten – und das nach eigenem Tempo und persönlicher Verfügbarkeit.

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