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2013-07SecondScreenArtikelbild

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Essgewohnheiten ändern sich, Schlafgewohnheiten ändern sich – auch Fernsehgewohnheiten bleiben davon nicht verschont. Der zeitgleiche Konsum von Fernsehen und digitalen Medien ist für viele Europäer inzwischen Alltag. Das von einigen bereits totgesagte, stereotype Fernsehen erlebt durch den “Second Screen” eine regelrechte Renaissance – es wird wieder mehr über TV-Inhalte geredet und das digital. Bereits 70% der Europäer nutzen diese Form des Multitasking mindestens einmal im Monat, so eine aktuelle Studie im Auftrag von Microsoft Advertising.

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Vier von zehn TV-Konsumenten sehen täglich gleichzeitig fern uns surfen parallel im Internet und/oder bedienen eine App. Der Second Screen wird vordergründig zum Recherchieren von weiterführenden Inhalten zur Sendung und zum Kommentieren via Social Media verwendet. Der Zweitbildschirm ist nicht nur eine Liebesbeziehung zwischen TV und Smartphone, sondern sie existiert auch zwischen mobilen Endgeräten ganz ohne TV. Mehr als die Hälfte der befragten Europäer betreibt diese Art von Multitasking: Sie lesen Hotelkritiken via Tablet und buchen dann den Urlaub am PC.

In Deutschland zeichnet sich noch eine leicht verhaltenere Nutzungsgewohnheit ab. Hierzulande nutzen 51% der Onliner das Internet via Notebook, um parallel zum TV zu surfen. 21% über das Smartphone und 7% über das Tablet. Das Gros der Couchsurfer beschäftigt sich allerdings Online mit Inhalten, die nichts mit der Sendung zu tun haben. Lediglich ein Viertel der Befragten ist auf der Suche nach zusätzlichen oder begleitenden Inhalten zur Sendung.

Second Screen Studie Bitkom 2012

    Quelle: Bitkom, 2012

Ob sich dieser Trend fortsetzt bleibt abzuwarten. Eines ist aber sicher: Die Werbeindustrie wird dies mit Adlersaugen beobachten. Sowohl für TV-Anbieter als auch für Werbetreibende könnte der Second Screen eine Art Lebensversicherung sein. Beim Tatort-Debüt von Til Schweiger im März 2013 zum Beispiel wurden 70 Tweets pro Sekunde mit dem Hashtag #tatort abgesetzt. Auch das ZDF bot bereits zur Sendung “Wetten, dass…?” eine Web-App an, die unter jedem HTML5-fähigen Webbrowser lief. Hier konnten die Zuschauer unter anderem für ihren Wettkönig voten. Zukünftig wird es noch mehr individuell zugeschnittene Second-Screen-Angebote geben, die zur gleichzeitigen Nutzung des Internets während laufender TV-Sendungen verleiten. Dabei werden soziale Netzwerke oder Apps von Fernsehsendern oder der Werbeindustrie bereitgestellt, die den TV-Zuschauer noch intensiver an das Programm und an die jeweilige Sendung binden sollen.

Glaubt man der Studie weiter, wird Werbung auf den Smartphones und Tablet-PCs durch die Second-Screen-Nutzer nicht als lästige Programmunterbrechung gesehen, sondern ist positiv belegt. Sie bietet den gewünschten Mehrwert und Nutzen, der zum Thema der Sendung passt. Somit erreicht der Second Screen bereits jetzt eine höhere Akzeptanz von Produktwerbung als herkömmliche TV-Werbespots.

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