s f
Rockstar-Fotolia

© olly - Fotolia.com

Bekannt und berühmt zu werden ist heute einfacher als je zuvor. Das gilt für den Fußbälle jonglierenden Fischer genauso wie für Künstler oder Unternehmen. Im Zeitalter von Facebook, Youtube, Twitter und Co. kann man innerhalb von kurzer Zeit ein Millionenpublikum erreichen und so seine Bekanntheit steigern. Vorsicht: Man sollte sich vorher genau überlegen, wie man sich oder sein Unternehmen der Welt präsentiert. Einige Beispiele für erfolgreiche und weniger erfolgreiche Imagekampagnen möchte ich mit dem Blick auf Verbesserungsmöglichkeiten im folgenden Beitrag näher betrachten.

Anzeige

Einen kleinen Werbefilm drehen zu lassen ist nicht schwer, da beauftragt man eine PR-Agentur und innerhalb von wenigen Wochen hat man, gegen gute Bezahlung versteht sich, einen durchschnittlichen Imagefilm der sich in die abendliche Landschaft des Regionalfernsehens zwischen Zahnpasta-Werbung und Putzmittelreklame einreiht um nicht weiter aufzufallen. Mag man es etwas individueller, kann der Film auch schon mal etwas länger und persönlicher werden. Ein schönes Beispiel dafür ist der Azubi-Film der Sparda-Bank Südwest, der es im Internet mittlerweile zu zweifelhaftem Ruhm geschafft hat.

Eigentlich sollte der Film das angestaubte und zerkratze Image der Banker in einem „coolen“ und modernen Licht darstellen und Werbung für die Ausbildung bei der Bank machen. Leider fand die Internetgemeinde Rap-Zeilen wie: „Schau gut hin, in dem Anzug steckt noch viel mehr drin. Ich nehm dich an die Hand, ich zeig Dir – das Bankenwunderland.“ nicht so besonders cool. Und so hat auch der obligatorische Shitstorm nicht lange auf sich warten lassen.

Aber warum wurde das Video, welches mit viel Aufwand von den Azubis und der PR-Abteilung produziert wurde, so von der Community zerrissen? Dazu muss man sich als erstes einmal das beworbene Produkt “Bank“ anschauen. Banken gelten mit Ihren Anzugträgern und steifem Auftreten bei Jugendlichen immer noch als konservativ, unaufgeschlossen und uncool. Mutig also, dass man versucht, dieses Image zu ändern. Leider war das Rap-Lied dafür der falsche Schritt. Denn der krasse Kontrast zwischen dem Bild in den Köpfen der jüngeren Bevölkerung und der modernen „Kultur Rapmusik“ passt schon auf den ersten Blick nicht gut zusammen. Jugendliche empfinden die Texte als das genaue Gegenteil des angestrebten: „Uncool“ und „einfach nur peinlich“ sind Reaktionen, die man unter dem Video häufig lesen kann.

Doch was wäre sinnvoller gewesen? Eine bessere Möglichkeit der Imagepflege wäre sicher das Storytelling gewesen. Dabei geht es darum, dem Kunden bzw. Empfänger eine Geschichte zu erzählen. Diese sollte im Idealfall die Zielgruppe ansprechen, die Angesprochenen emotional berühren und dann im Gedächtnis bleiben. Dabei kann sich, in unserem Fall die Bank, bei realen Beispielen aus dem täglichen Geschäft bedienen. In meiner Zeit bei einer großen deutschen Bank kam es häufig vor, dass junge Menschen mit einer guten Idee zu uns kamen, denen jedoch leider die nötigen Mittel fehlten um z.B. ein kleines Unternehmen zu gründen. Wenn sich die Bank dann dazu entschieden hat, dem Jugendlichen zu helfen und so dessen Traum vom eigenen Betrieb zu erfüllen, ist dies ein schönes Beispiel für Teamwork zwischen der Bank und jungen Menschen.

Solche Best Practice Beispiele für gute Zusammenarbeit gibt es in vielen Bereichen und Branchen, man muss sie sich nur vor Augen führen. Ein gutes Praxisbeispiel aus dem Bankenbereich sind die Werbespots der KfW, die darin unter anderem zeigt, wie Sie einem aufstrebenden Unternehmer dabei geholfen hat, seinen eigenen Betrieb zu eröffnen. Oder wie sich ein junges Paar den Traum vom sanierten Eigenheim erfüllt hat. Die beiden Clips sprechen jeweils die emotionale Ebene der Zuschauer an, man freut sich förmlich für die gezeigten Personen. Das steigert die Sympathie gegenüber einem Unternehmen, man möchte das gleiche Gefühl erleben. Wenn ein Video, Bild oder Text eine solche Reaktion erreicht hat, bleibt es/er mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Gedächtnis. So kann man mit einer einfachen Geschichte auch ohne großen Aufwand die positiven Seiten seiner Tätigkeit präsentieren. Einen Interessanten und ausführlichen Artikel zum Thema Storytelling hat mein Kollege Ronny Dentel hier verfasst. Die Möglichkeiten um Geschichten zu erzählen sind so vielfältig wie das Unternehmen selbst. Man muss sie nur suchen und der Welt zeigen…

Welche Geschichte gefällt euch besonders oder hat euch am Meisten beeindruckt? Erzählt sie uns…

Anzeige

Kommentar schreiben

Anzeige

Anzeige

Anzeige